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Corcelles-prs-Concise - "Les Pyramides"
In der Nhe von Grandson und Bonvillars stehen die vier Menhire von Corcelles-prs-Concise, von den Einheimischen "Les Pyramides" genannt. Experten vermuten, dass es sich um die Reste eines Steinkreises oder einer Allee handelt.
Frher standen dort nur drei Steine, da einer vom Landbesitzer entfernt wurde. Spter bekam der Bauer aber ein schlechtes Gewissen und er ersetzte ihn im Jahre 1848 mit einem anderen Stein. Dieser trgt heute zwecks Klarheit eine Inschrift. Bei einem Stein lassen sich auf der Oberflche etwa 10 bis 15 knstliche Schalen erkennen.

Interessant auch was der Landschaftsmythologe Kurt Derungs in seinem spannenden Reisebuch "Mythen und Kultpltze im Drei-Seen-Land" schreibt:

".... Die vier Menhire scheinen in ihrer Position irgendwie aufeinander bezogen zu sein. Sie kamen mir wie Reste einer Allee vor, die ich dann auszumessen begann. Ich stellte mich in die Mitte als eine Art fnfter Menhir und bemerkte einen rechtwinkligen Grundriss. Eine Allee orientiert sich nach Sdosten, und zwar ziemlich genau mit 155. Die zweite Allee kreuzt die erste um 90 gedreht, so dass wir einen Kreuzpunkt oder einen Nabel erhalten. Diese Allee richtet sich mit ca. 65 nach Nordosten, was ich von anderen Orten her kannte. Die astronomische Kultlinie fhrt ber die ganze Ebene der Landschaft, und zwar einmal nach Nordosten und einmal nach Sdwesten. Sie beschreibt im Horizontkalender den Sonnenaufgang Anfang Mai und Anfang August, dann, um 180 gedreht, den Sonnenuntergang Anfang November und Anfang Februar. bertragen wir diese Daten in den alten Jahreszeitenkalender, so sind damit die Festzyklen eines Bauernkalenders ersichtlich. Die Festtage sind dabei: Brigit oder Maria Lichtmess (Anfang Februar), Beltaine oder Walpurgis (Anfang Mai), Lugnasad oder Lammas (Anfang August) sowie Samhain oder Halloween (Anfang November). Der Kultplatz bezieht sich mit dem Sonnenlauf auf das heilige Jahr der Brigit mit ihren vier hohen weissen Festtagen. Ein Mondbezug ist nicht ausgeschlossen und wartet noch aufseine Entdeckung.
Gerne verweilte ich Stunden bei diesem schnen Ort, vor allem Anfang November und Anfang Februar, was ein geschenkter Zufall war. Denn was knnen wir zu dieser Zeit im Sdwesten beobachten? Ich stellte mich wiederum in die Mitte der Menhire und ging ein paar Schritte bis zur Mauer. Ich war genau in der astronomischen Kultlinie der Allee und beobachtete den wunderbaren Sonnenuntergang, der den Horizont rot aufleuchten liess. Es war ein grandioses Schauspiel der Natur, das mich tief berhrte und in seinen Bann zog. Langsam versank die Sonne, und die Landschaft und der Himmel bildeten einen schwarzen und tiefblauen Raum. Nur in Richtung der Sonne war der Horizont feuerrot und liess mit seiner Glut die Silhouetten der Hgel und Berge deutlicher als je zuvor in das Bewusstsein rcken. Das Profil des Horizontes zeigte sich mir so glasklar- ich htte mit der Hand ber die Hgel gleiten knnen. Pltzlich streifte mich ein Gedankenblitz, und es wurde mir deutlich, dass mir etwas gezeigt wurde. Durch die intensive Beschftigung mit diesem Ort lernte ich auf einmal die Sprache des Kultplatzes, die ich vorher schon mit der Orientierung teilweise kennengelernt hatte. Doch jetzt sah ich das Bild der Landschaft, das sieh in meine Sinne prgte. Da erkannte ich schlagartig das Profil einer liegenden Gestalt, die sich aus dem Dunkeln des Hgelhorizontes erhob. Zu sehen war ein Gesicht, ein Oberkrper und ein riesiger Bauch. Es war eine Babuschka oder eine liegende Landschaftsgttin, bei der die Sonne nun versank. Und sie ging genau dort unter, wo gemss des weiblichen Krpers der heilige Schoss der Ahnin liegt. Dieser Platz war demnach vor allem ein November- und Samhainort, denn Samhain oder Samuin bedeutet wortwrtlich Sommers Ende und damit der Beginn des Bauernwinters. Dabei stirbt die Sonne bzw. der Sommer in die Unterwelt und das uterine Jenseitsparadies der Landschaftsgttin.
Danach verschwindet der Sonnenuntergang immer mehr nach Sdwesten, um bei seinem Wendepunkt an Mittwinter wieder emporzusteigen, bis die Sonne Anfang Februar, zur Zeit von Brigit und Lichtmess, den Untergang wieder beim Landschaftsschoss der Ahnin beschreibt. Dies bedeutet eine Wieder-Geburt, denn der Bauernwinter ist nun mit Brigit zu Ende und der Sonnenuntergang steigt langsam dem Hgelbauch entlang dem Gesicht der Ahnin zu........"

Koordinaten:
CH: 543829/189041, 480 m
WGS84: 6.70215/46.85013